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Ratgeber

Mündungen und Verschlüsse bei Glasflaschen: Was passt zusammen?

Bei der Auswahl einer Glasflasche spielt nicht nur die Form oder das Füllvolumen eine Rolle. Ebenso wichtig ist die Mündung der Flasche, denn sie bestimmt wesentlich, welche Verschlusssysteme eingesetzt werden können.

Kronenkorken, Schraubverschlüsse und Bügelverschlüsse benötigen jeweils dafür geeignete Flaschenmündungen. Gleichzeitig müssen Verschluss, Getränk und Abfülltechnik zusammenpassen. Wer einen neuen Flaschentyp auswählt oder eine bestehende Flasche ersetzen möchte, sollte deshalb die Mündung von Anfang an berücksichtigen.

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Was bedeutet die Mündung einer Glasflasche?

Als Mündung wird der obere Bereich des Flaschenhalses bezeichnet, an dem der Verschluss angebracht wird. Form, Durchmesser, Gewinde und weitere geometrische Eigenschaften können je nach Verschlusssystem unterschiedlich ausgeführt sein.

Für viele dieser Mündungen existieren technische Standards und Spezifikationen. Sie definieren beispielsweise Abmessungen und Toleranzen, damit Flasche und Verschluss miteinander funktionieren können. CETIE unterscheidet unter anderem Mündungen für Kronenkorken, Schraubverschlüsse, Bügelverschlüsse und weitere Verschlusssysteme.

Deshalb gilt:

Nicht jeder Verschluss passt auf jede Glasflasche.

Die gewünschte Verschlussart sollte bereits bei der Auswahl der Flasche feststehen.

Kronenkorken: bewährter Verschluss für Getränkeflaschen

Kronenkorken gehören zu den verbreiteten Verschlüssen für Getränkeflaschen und werden insbesondere bei Bier und anderen Getränken eingesetzt.

Ein häufig verwendetes System ist die 26-mm-Kronkorkmündung. Für entsprechende Glasflaschen existieren standardisierte Mündungsgeometrien, beispielsweise 26 H 180 und 26 H 126. Der dazugehörige Kronenkorken und seine Dichtung müssen auf die entsprechende Mündung abgestimmt sein.

Dabei gibt es unterschiedliche Öffnungsprinzipien. Neben klassischen Kronenkorken, die mit einem Flaschenöffner entfernt werden, existieren beispielsweise sogenannte Twist-Crown-Systeme. Diese benötigen wiederum eine entsprechend ausgelegte Mündung. CETIE weist ausdrücklich darauf hin, dass Twist-Crown-Mündungen mit dafür geeigneten Kronenkorken kombiniert werden müssen.

Für Brauereien und andere Abfüller ist deshalb nicht nur die Bezeichnung „Kronenkorken“ entscheidend, sondern die konkrete Kombination aus Flasche, Mündung und Verschluss.

Schraubverschlüsse: Mündung und Anwendung beachten

Bei Schraubverschlüssen besitzt die Flaschenmündung ein entsprechendes Gewinde. Auch hier gibt es unterschiedliche Systeme und Abmessungen.

Welche Schraubmündung geeignet ist, hängt unter anderem vom Getränk und den Anforderungen des Abfüllprozesses ab. Technische Spezifikationen unterscheiden beispielsweise zwischen Mündungen für stille und für druckhaltige beziehungsweise karbonisierte Produkte.

Das ist ein wichtiger Punkt: Eine Schraubmündung, die für ein stilles Produkt vorgesehen ist, sollte nicht automatisch für ein kohlensäurehaltiges Getränk angenommen werden.

Auch Material und Ausführung des Verschlusses sowie die verwendete Verschließtechnik müssen berücksichtigt werden.

Bügelverschlüsse: Flasche und Verschluss als System

Bügelflaschen besitzen eine speziell für einen Bügelverschluss vorgesehene Mündung. Der Verschluss besteht typischerweise aus mehreren Komponenten und wird mechanisch mit der Flasche verbunden.

Auch für entsprechende Mündungen existieren definierte technische Ausführungen. CETIE führt beispielsweise eigene Spezifikationen für Swing-Stopper-/Bügelverschlussmündungen.

Bügelflaschen werden unter anderem im Getränkebereich eingesetzt und verbinden eine charakteristische Optik mit der Möglichkeit des Wiederverschließens.

Bei der Auswahl muss jedoch auch hier geprüft werden, ob Flasche, Verschluss und der vorgesehene Abfüllprozess miteinander kompatibel sind.

Weitere Verschlusssysteme

Neben Kronenkorken, Schraub- und Bügelverschlüssen existieren weitere Verschlusssysteme für Glasflaschen.

Dazu gehören beispielsweise Lösungen mit Natur- oder synthetischen Stopfen, die insbesondere bei Wein und Schaumwein eine Rolle spielen können. Für Schaumweine existieren wiederum spezielle Mündungen, bei denen auch der Innendruck des Getränks berücksichtigt werden muss. CETIE dokumentiert beispielsweise unterschiedliche Mündungen für Schaumweine und andere karbonisierte Getränke.

Entscheidend bleibt unabhängig vom System: Die Verschlussart kann nicht losgelöst von der konkreten Flaschenmündung ausgewählt werden.

Warum das Getränk eine Rolle spielt

Der Verschluss soll nicht lediglich die Flasche mechanisch verschließen. Das gesamte Verpackungssystem muss für das jeweilige Produkt und dessen Anforderungen geeignet sein.

Relevant können beispielsweise sein:

  • Kohlensäure und Innendruck
  • Abfüllverfahren
  • erforderliche Dichtigkeit
  • vorgesehene Lagerung
  • Einweg- oder Mehrwegnutzung
  • gewünschte Wiederverschließbarkeit

Gerade bei karbonisierten Getränken müssen Flasche und Verschlusssystem für die entsprechenden Druckanforderungen ausgelegt sein. Deshalb sollte nicht allein anhand der äußeren Form einer Flasche entschieden werden.

Abfüll- und Verschließtechnik berücksichtigen

Für einen gewerblichen Abfüller ist eine Kombination aus Flasche und Verschluss nur dann sinnvoll, wenn sie sich mit der vorhandenen Produktion zuverlässig verarbeiten lässt.

Beim Wechsel einer Glasflasche sollten deshalb insbesondere Mündung und Verschließtechnik geprüft werden.

Eine neue Flasche kann äußerlich sehr ähnlich aussehen und trotzdem eine andere Mündung besitzen. Dadurch kann eine Anpassung des Verschlusses oder der Verschließtechnik erforderlich werden.

Vor größeren Bestellungen sollte deshalb sichergestellt werden, dass die vorgesehene Kombination mit der vorhandenen Anlage kompatibel ist.

Kann man den Verschluss einer Glasflasche einfach wechseln?

Nicht zwangsläufig.

Soll beispielsweise eine bisher mit Kronenkorken verschlossene Flasche künftig mit einem Schraubverschluss verwendet werden, reicht ein Austausch des Verschlusses normalerweise nicht aus. Die Flasche benötigt eine für das neue Verschlusssystem geeignete Mündung.

Auch innerhalb derselben Verschlusskategorie können unterschiedliche Mündungsausführungen existieren.

Deshalb sollte bei einem Wechsel immer die konkrete Spezifikation von Flasche, Mündung und Verschluss geprüft werden.

Checkliste: Mündung und Verschluss auswählen

Vor der Festlegung einer Kombination sollten mindestens folgende Punkte geklärt werden:

1. Welches Getränk wird abgefüllt?
Insbesondere Kohlensäure und produktspezifische Anforderungen berücksichtigen.

2. Welches Verschlusssystem wird gewünscht?
Zum Beispiel Kronenkorken, Schraub- oder Bügelverschluss.

3. Welche Mündung besitzt die Flasche?
Die konkrete Mündung muss zum vorgesehenen Verschluss passen.

4. Ist das System für die Anwendung geeignet?
Druck, Abfüllverfahren und Lagerbedingungen berücksichtigen.

5. Kann die vorhandene Anlage den Verschluss verarbeiten?
Verschließtechnik und Maschinenkompatibilität prüfen.

6. Ist die Kombination zuverlässig verfügbar?
Bei regelmäßigem Bedarf sollten Flasche und passende Verschlüsse gemeinsam in die Beschaffungsplanung einbezogen werden.

Flasche, Mündung und Verschluss gemeinsam auswählen

Bei der Auswahl einer Getränkeverpackung sollten Flasche und Verschluss nicht getrennt voneinander betrachtet werden. Erst das Zusammenspiel von Flaschentyp, Mündung, Verschluss, Getränk und Abfülltechnik ergibt ein funktionierendes Verpackungssystem.

KP Glas bietet neben Glasflaschen auch passende ergänzende Verpackungslösungen und unterstützt Getränkehersteller und Abfüller bei der Auswahl geeigneter Kombinationen.